Dyslalie

Man spricht von Dyslalie, wenn das Kind Schwierigkeiten hat, Laute und/oder Lautverbindungen richtig zu hören, wahrzunehmen und zu sprechen. Dabei sind viele Arten der Fehlbildung möglich. Zu den häufigsten zählt wohl der Sigmatismus interdentalis, das so genannte Lispeln – wenn die “Zunge durch die Zähne rutscht”. Aber auch Lautvertauschungen sind nicht selten, z.B.: “Is tann das aber dar nis!” statt “Ich kann das aber gar nicht!” oder “Ich hab ne krei gewürfelt, jetzt bist du kran.” statt “Ich hab ne drei gewürfelt, jetzt bist du dran.”

Die Ursachen für eine Dyslalie können sehr unterschiedlich sein. Auf jeden Fall sollte aber durch den HNO-Arzt oder Phoniater eine Hörstörung, z.B. aufgrund vergrößerter Rachenmandeln (Polypen) ausgeschlossen werden.

Dauern die Ausspracheprobleme über längere Zeit an und bleiben sie hartnäckig bestehen, dann reicht das häusliche Üben allein meist nicht mehr aus. Hier kommt dann die Logopädie ins Spiel.

Es ist wichtig, dass eine Therapie auf verschiedenen Ebenen durchgeführt wird:

  1. Ziel ist die Verbesserung der Mundmotorik, damit “die Zunge weiß, wo sie beim Sprechen hin soll”.
  2. Hörübungen, denn nur wer die Laute richtig hören und voneinander unterscheiden kann, wird sie dann auch richtig sprechen.
  3. Der 3. und größte Teil ist die Arbeit an den Lauten. Zuerst wird der entsprechende Laut angebahnt, das heißt einzeln erlernt und geübt. Erst wenn die Lautbildung dem Kind keine Schwierigkeiten mehr bereitet, kann auf Wort- und später auch auf Satzebene geübt werden. Bis schließlich der Laut oder die Lautverbindung auch in der Spontansprache des Kindes korrekt gebildet wird.

Die Mithilfe der Eltern entscheidet erheblich über den Erfolg der Therapie.