Sprechapraxie

Je nach Art der Apraxie ist die Ausführung von Einzelbewegungen oder Bewegungsfolgen fehlerhaft. Auch das zweckmäßige Hantieren mit Objekten, z.B. Kaffeekochen kann gestört sein. Der Betroffene kennt die richtige Reihenfolge nicht mehr und gibt beispielsweise zuerst das Kaffeepulver in die Maschine, dann die Filtertüte, schaltet die Maschine ein und versucht danach Wasser dazuzugeben. Diese Störung gehört in den Handlungsbereich der Ergotherapeuten.

Eine Unterform stellt die Sprechapraxie dar. Hierbei ist die Kontrolle über die Stellung bzw. Bewegung der Artikulationsorgane gestört. Die beteiligte Muskulatur ist noch immer voll funktionsfähig, doch die zeitliche Abfolge der Sprechbewegungen ist nicht intakt. Dadurch spricht der Betroffene meist langsamer. Denn das Bilden der Laute funktioniert nicht mehr automatisch, sondern die korrekte Lippen- und Zungenstellung muss bewusst gesucht/ausprobiert werden.

Entstehen kann eine Sprechapraxie u.a. durch Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumen, aber auch aufgrund von Tumoren oder entzündlichen Prozessen. Häufig wird die Sprechapraxie von einer Aphasie begleitet.

Das Therapieziel ist natürlich immer die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit. Dies wird durch die Verbesserung der Verständlichkeit erreicht. D.h., der Patient trainiert mittels verschiedener Methoden die korrekten artikulatorischen Bewegungsabläufe. Zuerst werden einfache, zweisilbige Wörter erarbeitet, später schwierigere Wörter und Sätze bis schließlich im fortlaufenden Text und in der Spontansprache geübt wird. Dabei ist es wichtig, auf vielen Wahrnehmungsebenen zu arbeiten. Es sollten z.B. Hilfen über das Sehen, Hören und Fühlen angeboten werden. Auch andere Verständigungsmittel wie Mimik, Gestik, so genannte Kommunikationsbücher und spezielle Sprachcomputer werden genutzt und gezielt in die Therapie eingebaut.